
Gewerbepassivhaus in Chur
SIA-Preis Gewinner im Jahr 1999
Die Jury beschrieb den Gewerbebau als «gut gelungenen, funktionell und architektonisch sauber gestalteten Neubau [und als] Beispiel für eine konsequente und gesamtheitlich betrachtete Umsetzung der Nachhaltigkeitspostulate, die im Leitbild der Unternehmung verankert sind.»
Ein Jahr später folgte der Schweizer und Europäische Solarpreis.
Gebäudedetails
AUSSENWAND (U-Wert: 0,15 W/(m²K))
Die vorgehängte Fassade aus Bündner Lärchenholz wurde hinter einer winddichten, wasserabweisenden Holzfaserplatte (2cm) mit Zelluloseflocken in einer Bautiefe von 24cm ausgeblasen. Die statische Ebene besteht aus 20cm Kalksandstein.
BODENPLATTE (U-Wert: 0,2 W/(m²K))
Sämtliche Fundationen sind mittels Schaumglas lückenlos vom Erdreich getrennt.
DACH (U-Wert: 0,14 W/(m²K))
Das Dach besteht aus einer Holzbalkenlast mit Bretterschalung, gedämmt mit 25cm Schaumglas und einer extensiven, teils intensiven Begrünung.
FENSTERRAHMEN (Uw-Wert: 0,14 W/(m²K))
Die Rahmen sind aus Holz (Bündner Föhrenholz) gefertigt mit einer zusätzlichen Dichtungsleiste; der Rahmenanteil ist minimiert.
VERGLASUNG (Ug-Wert: 0,7 W/(m²K) / g-Wert: 50%)
Als wichtigste Bauteile in diesem Direktgewinnhaus gelten die Wärmeschutzverglasungen mit zwei Gläsern und einer einliegenden Kunststoff-Folie (Heat Mirror). Die Verglasungen sind mit Argon gefüllt.
LÜFTUNG
Die Ersatzluftanlage garantiert einen hygienisch definierten Lufwechsel von 0,34/h. Innerhalb von drei Stunden wird das gesamte Luftvolumen in den Büroräumen von 10000m3 ausgetauscht.
HEIZUNG
In den Wintermonaten werden bei kalten Tagen zwei Pelletöfen mit einer Eigenleistung von 8-10 kW eingeschaltet.
WARMWASSER
Eine Kompaktsolaranlage von 4,1 m2 und 500 l Speicher dient der Wassererwärmung
ÖKOLOGISCHE ASPEKTE
Isolation mit recyclierten Bündner Zeitungen; Regenwassertank für Toilettenspülung, Autowaschen, Reinigung und Garten; intensiv und extensiv begrüntes Flachdach
HEIZBEDARF: 8 kWh/m²a)
GEBÄUDEHEIZLAST: 15 W/(m²)
PRIMÄRENERGIEBEDARF: 45 kWh/(m²a)
u-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient. Je höher der Wärmedurchgangskoeffizient, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft des Stoffs.
g-Wert: Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung gibt an, welcher Anteil der aussen einfallenden Stahlung im Innern des Gebäudes wärmewirksam wird.


